Kommunikation ist ein Menschenrecht | Christophorus-Werk Lingen
Aktuelles
16. August 2018
"Weiter lernen, bis alle Finger gleich lang sind"

Das Berufsbildungswerk Lingen verabschiedete seine Absolventinnen und Absolventen.


15. August 2018
Einladung zum 4. Fairen Frühstück

Am 1. September 2018 findet das 4. Faire Frühstück statt. Dazu laden die Katholische Frauengemeinschaft Deutschland (kfd), der Weltladen Lingen e. V. und die Stadt Lingen ein.


14. August 2018
Spatenstich für Kitaneubau in Spelle

Am 10. August legten Vertreter des Christophorus-Werkes und der Samtgemeinde Spelle gemeinsam Hand an die Spaten an.


09. August 2018
Neues Angebot der Kinder- und Jugendhilfe

Die Christophorus-Werk•Kinder- und Jugendhilfe GmbH hat ein weiteres ambulantes Hilfsangebot gestartet.


03. August 2018
Bundestagsabgeordneter Jens Beeck im Christophorus-Werk

Am 31. Juli kam Jens Beeck als Bundestagsabgeordneter und Teilhabebeauftragter der FDP-Bundestagsfraktion zu einem Antrittsbesuch ins Christophorus-Werk.


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Aktuelles

Kommunikation ist ein Menschenrecht

Verständigung, Austausch, Information und die Mitteilung eigener Wünsche – all diese Grundbedürfnisse stellen Menschen mit Beeinträchtigungen oftmals vor kommunikative Barrieren. Damit werden Teilhabe und Inklusion wortwörtlich „behindert“.

Expertenverbund lud zu Fachtag ein

Vor diesem Hintergrund hat der regionale Verbund, die Gütegemeinschaft „Die Vielfalter – Experten für Teilhabe“ gezielt nach Lösungsansätzen für eine barrierefreie und damit „Gelingende Kommunikation“  in verschiedensten Alltags- und Lebenssituationen gesucht. Im Rahmen eines vom Land Niedersachsen geförderten dreijährigen Projektes haben sich acht Träger von Einrichtungen der Behindertenhilfe in der Region Süd-West Niedersachsen  mit ca. 16.000 Klientinnen und Klienten und 6.600 Mitarbeitenden auf gemeinsame Standards für eine zielgruppengerechte gelingende Kommunikation  geeinigt. Diese  einrichtungsübergreifend angewendeten Kommunikationsmöglichkeiten ermöglichen fließende Übergänge  für  Menschen mit Beeinträchtigungen und schaffen Verbindlichkeit in der gemeinsamen Kommunikation.

Leben mit Talker: Referentin mit berichtete aus Alltag

Über die Projektergebnisse wurde auf der Fachtagung „Gelingende Kommunikation“ am 2. Mai 2018 im Ludwig-Windthorst-Haus in Lingen auf vielfältige Weise informiert. Eingeladen waren Vertreter aus Politik und Öffentlichkeit, Menschen mit Behinderungen sowie Fachkräfte aus der Behindertenhilfe. „ Unser Ziel ist es, die erarbeiteten Standards zu erläutern und einen Ausblick zu geben, wie eine praxisnahe Implementierung erfolgen kann“, führte Projektleiterin Barbara Strunk, die das Programm moderierte, ein. Michael Korden, Sprecher der Vielfalter, ergänzte:  „Zudem möchten wir weitere Netzwerkpartner gewinnen und auch die breite Öffentlichkeit mit diesem wichtigen Thema erreichen.“

Welche Relevanz das Thema hat, zeigte besonders der Vortrag von Marion Tapken am Vormittag: Die Referentin kommuniziert selbst „unterstützt“ mit einem elektronischen Hilfsmittel und berichtete aus „Expertensicht“ aus ihrem Alltag: Ihr „Talker“ ist ein echter Gewinn – so kann sie beispielsweise unterstützt durch die elektronische Kommunikationshilfe ein von ihr geschriebenes Gedicht selbst vorlesen und eigens auf ihre erste Bucherscheinung hinweisen.

Einheitliche Kommunikationsmittel in allen Lebensbereichen

Auch der Vortrag von Prof. Dr. phil. Gregor Renner, Katholische Hochschule Freiburg und Präsident der Internationalen Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation, machte deutlich, welche große Bandbreite „Unterstützte Kommunikation“ hat und wie vielfältig die Zielgruppen sowie Anwendungsbereiche sind. Dabei wurde noch einmal deutlich, wie wichtig es ist, dass einheitliche Standards in der Kommunikation in allen Lebensbereichen verwendet werden und so Übergänge gut gestaltet werden können. Projektleiterin Strunk beschreibt die Hintergründe: „Im besten Fall sollte es beispielsweise bei einem Wechsel von der Schule in eine Beschäftigung in der Werkstatt oder bei dem Wechsel von einer Wohngemeinschaft in eine andere einheitliche Kommunikationsmittel geben – ohne kommunikative Barrieren“, beschreibt.

Vielfältige Themen des Workshopangebotes

Das Thema „Übergänge gestalten“ war auch am Nachmittag noch einmal Inhalt, als einer von insgesamt neun vertiefenden Workshops. Alle Teilnehmenden konnten sich zwei der neun Angebote aussuchen und hier das am Vormittag gehörten Aspekte  noch einmal konkret und praktisch vertiefen. Unter anderem wurde das Projekt noch einmal in einfachen Worten erklärt. Im Workshop von Marion Tapken konnte man selbst den Talker testen. In einem weiteren Workshop  konnten die Teilnehmenden mehr über elektronische Kommunikationsmittel erfahren.

Im Projekt wurden neben Standards zu unterstützenden Kommunikationshilfen auch solche in den Bereichen Lesen-Sprechen-Informieren, Symbole/Piktogramme und Gebärden erarbeitet, die ebenfalls in Form von Workshops praxisnah präsentiert wurden. Darüber hinaus beschäftigten sich die Teilnehmenden des Workshops „Von der Idee in die Praxis“ damit, wie die erarbeiteten Inhalte nun gut in die verschiedenen Einrichtungen implementiert werden können. 

Umsetzung in die Praxis: Alle sind gefordert

Dass die Fachtagung zwar den abschließenden Höhepunkt des geförderten Projektes symbolisierte, das Thema „Gelingende Kommunikation“  damit aber keinesfalls abgeschlossen sei, war Michael Korden wichtig: „Wir als Verbund der Vielfalter, möchten das Thema auch zukünftig vorantreiben. Dafür benötigen wir Sie, die das Thema mit in Ihren Arbeitsalltag integrieren und damit in der Praxis umsetzen. Und so ist unser großes Ziel, das Thema ‚Gelingende Kommunikation‘  langfristig nicht nur einrichtungsübergreifend  zu implementieren, sondern auch in die Sozialräume zu tragen.“

Foto der Projektgruppe Gelingende Kommunikation

(Foto: RAG Projektgruppe Gelingende Kommunikation)

Stark vertreten auf dem Fachtag: Mitarbeitende des Christophorus-Werkes Lingen e. V.