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Aktuelles
13. Februar 2019
Projekt „Gelingende Kommunikation“ gestartet

Süd-West-Niedersachsen auf dem Weg zur inklusiven Gesellschaft – Christophorus-Werk Lingen als kompetenter Ansprechpartner für gelingende Kommunikation


11. Februar 2019
POL-EL: Lingen - Neues Gewalt-Präventionsprojekt vorgestellt

Gemeinsam mit Vertretern des Lingener Präventionsrates, der Beratungsstelle LOGO, des SKM, des Jugendschutzes und der Lingener Polizei stellte Christoph Rickels am vergangenen Mittwoch Abend das Gewaltpräventions-Projekt „First Togetherness“ in den Räumen des Christophorus-Werkes vor.


28. Dezember 2018
Wunschbaum-Aktion: Hörgeräte Vehr erfüllt Weihnachtswünsche

Reichlich Geschenke haben sich unter dem Weihnachtsbaum des Geschäfts in der Lingener Mühlentorstraße gesammelt: Große Beteiligung an der Wunschbaum-Aktion von Hörgeräte Vehr für die Kinder der Kinder- und Jugendhilfe des Christophorus-Werkes.


17. Dezember 2018
"Lingen liefert": Christophorus-Werk übernimmt Auslieferungsservice für die Lingener Innenstadt

Einkaufen und entspannt weiterbummeln, ohne schwere Taschen und Tüten: „Lingen liefert“ macht es möglich. Kunden aus Lingen und Umgebung können sich ihre Einkäufe jetzt einfach nach Hause bringen lassen.


14. Dezember 2018
Das Lädchen bietet 20% Rabatt auf alle Weihnachtsartikel

Weihnachtsstoffbeutel und Brotkörbe


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Aktuelles

Es ist gar nicht schwer, aneinander vorbeizureden, wir erleben es jeden Tag. Mag Sprache auch die Quelle aller Missverständnisse sein – ohne Worte wird es noch viel schwieriger. Wer nicht sprechen und oft auch nicht lesen kann, benötigt besondere Unterstützungsformen, um am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Die Möglichkeiten dazu haben sich in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt. Davon profitieren insbesondere Menschen mit kommunikativen Beeinträchtigungen, aber auch (funktionale) Analphabeten sowie Neubürger mit Deutsch als Zweitsprache. Piktogramme, leichte bzw. einfache Sprache, Gebärden und Tablets sind nur einige Beispiele dafür wie Kommunikation unter erschwerten Bedingungen gestaltet werden kann.

Hier setzt das dreijährige Projekt „Gelingende Kommunikation“ an, das der Verbund „Die Vielfalter – Experten für Teilhabe“ mit großer Unterstützung von Aktion Mensch auf den Weg gebracht hat. Acht Träger der Behindertenhilfe von Papenburg bis Osnabrück, von Nordhorn bis Vechta und Altenoythe – darunter das Christophorus-Werk Lingen – haben gemeinsame Standards zu Gelingender Kommunikation entwickelt. Diese sind nicht nur für die ca. 16.000 Klientinnen und Klienten sowie die 6.600 Mitarbeitenden der Einrichtungen von Bedeutung; sie wirken auch in das Umfeld hinein.

Es sind die ganz normalen kleinen Dinge, die zur Lebensqualität beitragen und im Alltag zählen: zum Bäcker gehen, Sport- und Freizeitangebote nutzen, ein Restaurant, eine Arztpraxis oder die Apotheke aufsuchen. Wer trotz kommunikativer Einschränkungen nicht nur dabei, sondern mittendrin sein möchte, benötigt konkrete Hilfen, die in diesem Projekt entwickelt werden.

Die Bedeutung von Kommunikation, Verstehen und Verstanden werden ist durch das 2017 in Kraft getretene Bundesteilhabegesetz nochmals unterstrichen worden. Um das dort begründete Wunsch- und Wahlrecht von Menschen mit Beeinträchtigungen in Anspruch nehmen zu können, müssen diese informiert sein, befähigt und ermutigt werden: „Empowerment“ (dt.: Selbstbefähigung, Stärkung von Autonomie und Eigenmacht) als vielschichtige Aufgabe, die mit der entsprechenden Haltung eine Gesellschaft bereichern und inklusiv gestalten kann. Gelingende Kommunikation ist eine wesentliche Grundlage dafür.

Das Modellprojekt „Gelingende Kommunikation“ ist im Januar 2019 gestartet, aufbauend auf ein zuvor vom Land Niedersachsen gefördertes Projekt. Die Gesamtkoordination erfolgt durch die Heilpädagogische Hilfe Bersenbrück unter Beteiligung der acht Träger der Behindertenhilfe sowie einer Vertreterin des Werkstattrates der Regionalen Arbeitsgemeinschaft der Werkstätten. Die Projektgruppe formiert sich noch; das erste Treffen fand im Christophorus-Werk Lingen statt, um die Planungen zu konkretisieren sowie erste Termine und Meilensteine abzustimmen.

Das Christophorus-Werk wird im Rahmen des Projekts durch Helge Sonnenberg vertreten. Sonnenberg ist ausgebildeter Logopäde und setzt sich bereits seit mehr als 15 Jahren mit der Thematik auseinander. Er hat das Projekt von Beginn an mitentwickelt.

Im Fokus steht die Übertragung der Standards gelingender Kommunikation in den unmittelbaren Sozialraum. Dazu möchte das Christophorus-Werk zunächst am bestehenden Netzwerk anknüpfen: „Die Nutzung sogenannter Kommunikationstafeln erleichtert den Arbeitsalltag von Menschen mit Behinderung, die im Rahmen der Maßnahme „Arbeit nach Maß“ in Unternehmen des ersten Arbeitsmarktes tätig sind und sich nicht ausreichend verbal verständlich machen können. Der Einsatz von Symbolen und Gebärden unterstützt das gemeinsame Lernen der Kinder mit und ohne Behinderung in den Kooperationsschulen des Christophorus-Werkes“ erklärt Sonnenberg beispielhaft.  

Doch auch in vielen anderen alltäglichen Situationen gebe es kommunikative Schwierigkeiten, so Sonnenberg weiter: Die Verständigung zwischen Mitarbeitern einer Behörde und einem Menschen mit Migrationshintergrund, das Gespräch zwischen einem Arzt und seinem Patienten, der sich aufgrund seines Leidens nicht verbal ausdrücken kann. Informationen und Schulungen wie beispielsweise Basisschulungen zu Leichter Sprache oder Gebärdensprache seien sinnvoll für alle Unternehmen, Einrichtungen und Behörden. So könne der tägliche Umgang mit Mitarbeitern, Kunden, Klienten und Patienten erleichtert werden.

Interessierte wenden sich an: Christophorus-Werk Lingen e. V., Herrn Helge Sonnenberg, Tel.: 0591 9142-873, E-Mail: sprache-verstehen@christophorus-werk.de

Lingen (ots)

Vor zwölf Jahren veränderte sich das Leben von Christoph Rickels von einer Sekunde zur nächsten. Nach einem Diskobesuch wurde er niedergeschlagen. Bewusstlos stürzte er mit dem Gesicht zu Boden. Vier Monate verbrachte er im Koma und kämpfte sich trotz mehrfacher Hirnblutungen und vielen weiteren Verletzungen in sein Leben zurück. Heute ist er zu 80% schwerbehindert und dass wegen eines einzelnen Schlags.

Bereits vor einigen Jahren rief er die Initiative „First Togetherness“ ins Leben und steht nun für ein unvergleichliches Präventionsprojekt. Er erzählt Schülern von seinen Erlebnissen in den vergangenen Jahren, nimmt dabei kein Blatt vor der Mund und motiviert Jugendliche dazu, für ihre Ziele zu kämpfen.

Vertreter des Lingener Präventionsrates, der Beratungsstelle LOGO, des SKM, des Jugendschutzes und der Lingener Polizei trafen sich am Mittwoch Abend vergangener Woche in den Räumen des Christophorus-Werkes, um dieses einmalige Gewalt-Präventionsprojekt der Initiative vorzustellen.

Klaus Sur, Leiter des Internats am Christophorus-Werkes, begrüßte die ca. 60 jugendlichen Zuhörer und bedankte sich bei Herrn Rickels für sein Kommen. Bereits am Vormittag zog Herr Rickels ca. 60 Schüler der Berufsbildenden Schulen in Lingen in seinen Bann.

Er erzählte den Jugendlichen schonungslos und ungehemmt von dem Moment der Gewalttat und den vielen Rückschlägen, die er zurück in sein Leben meisterte. Er musste lernen zu laufen, zu essen, zu sprechen und verbrachte viele Jahre in Krankenhäusern und Reha-Einrichtungen. Noch heute leidet er an einer halbseitig spastischen Lähmung, einem angeschlagenen Sprachnerv und einigen weiteren körperlichen Defiziten. „Es ist alles kaputt. Und warum? Wegen nichts! Es war nur dieser eine Moment“, so Rickels und spielte im Laufe des Abends einen Rap aus eigener Feder vor. Seiner Leidenschaft als Musiker kann er wegen seiner körperlichen Einschränkungen nicht mehr nachgehen.

Seinen kämpferischen Charakter hat er sich jedoch behalten. „Ich war immer schon ein Kämpfer. Fallt hin und steht wieder auf. Macht immer weiter und gebt nicht auf“, gab er den jungen Zuhören am Abend mehrfach mit auf den Weg.

Sein Lebensmotto und seine Motivation, auch nach den Rückschlägen immer positiv ins Leben zu blicken umschreibt er mit den Worten „man erntet was man säht“. Nicht zuletzt wurde er aufgrund seines beeindruckenden Engagements vor drei Jahren vom Bündnis für Demokratie und Toleranz als Botschafter ausgezeichnet. Mit seiner Initiative „First Togetherness“ möchte Rickels in der Gesellschaft ein neues Wir-Gefühl etablieren und Jugendlichen aufzeigen, dass cool zu sein, nichts anderes bedeutet, als anderen Menschen zu helfen und füreinander da zu sein.

Die Schüler zeigten sich von dem Vortrag tief beeindruckt. Ein jugendlicher Zuhörer zollte Christoph Rickels tiefen Respekt für solch einen Lebenswillen.

Den Abend schloss Kriminalhauptkommissarin Hiltrud Frese, Opferschutzbeauftragte der Polizei Lingen. Frau Frese bedankte sich für den eindrucksvollen Vortrag und hofft darauf, dass die gewonnenen Eindrücke die Jugendlichen sensibilisieren, sie vor einer möglichen Gewalttat innehalten und davon ablassen. „Ihr schützt dadurch nicht nur euer gegenüber, sondern auch euch selbst“, so Frese.

Rückfragen bitte an:

Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim

Ines Kreimer (Pressesprecherin)

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E-Mail: pressestelle@pi-el.polizei.niedersachsen.de

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